Projektstart in Magdeburg: Studierende entwickeln barrierearmes Mensatablett

Gemeinsam mit Studierenden des Instituts für Industrial Design an der Hochschule Magdeburg-Stendal arbeitet das KIB an der Idee eines barrierearmen Mensatabletts. Beim Projektstart konnten die Teilnehmenden selbst erfahren, welche Herausforderungen der Mensaalltag für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mit sich bringen kann. Im Juni werden erste Zwischenergebnisse erwartet.

zwei mobil eingeschränkte personen vor der Mensa Herrenkrug in Magdebur

Ein Mensabesuch ist für Menschen mit mobilen Einschränkungen oft mit Barrieren verbunden.

Wie barrierearm ist eigentlich ein Besuch in der Mensa? Für viele Menschen gehört es ganz selbstverständlich dazu, sich Essen zu holen, ein Tablett zu tragen und damit zum Platz zu gehen. Doch für Menschen, die dauerhaft oder vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, kann genau das schnell zur Herausforderung werden. Auch für rollstuhlfahrende Personen oder Menschen mit Kinderwagen ist der Weg durch die Mensa nicht immer einfach.

Aus diesem Anlass war das Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen Anhalt am Mittwoch zum Projektstart von „Let’s go mensen“ im Institut für Industrial Design an der Hochschule Magdeburg-Stendal zu Gast. Bereits vor einiger Zeit war das KIB mit dem Vorschlag an den Fachbereich herangetreten, gemeinsam ein barrierearmes Mensatablett zu entwickeln. Ziel des Projekts ist es, praktische Lösungen für einen alltäglichen Bereich zu finden, der bislang oft aus einer sehr einseitigen Perspektive gedacht wird.

Zum Auftakt stellte das KIB zunächst sein Team und seine Arbeit vor. Im Mittelpunkt des ersten Treffens stand anschließend jedoch vor allem die praktische Erfahrung. Die Studierenden sollten nicht nur über Barrieren sprechen, sondern sie selbst wahrnehmen und nachvollziehen. Dafür konnten sie ausprobieren, wie es ist, in die Mensa zu gehen und sich Essen zu holen, wenn die eigene Beweglichkeit eingeschränkt ist – dauerhaft oder auch nur vorübergehend.

Diese Form der Selbsterfahrung ist ein wichtiger Ausgangspunkt für inklusives Denken und Gestalten. Wer eine Situation selbst erlebt, erkennt häufig schneller, an welchen Stellen Hindernisse entstehen und welche kleinen Veränderungen im Alltag eine große Wirkung haben können. Genau darum geht es auch in der Bildungsarbeit des KIB: Perspektiven sichtbar machen, Barrieren benennen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das Kompetenzzentrum entwickelt und realisiert Bildungsangebote von, mit und für Menschen mit Behinderungen und bringt dabei die Expertise von Menschen mit Behinderungen gezielt in Bildungsprozesse ein.

Im Projekt mit dem Fachbereich Industrial Design wird dieser Ansatz nun ganz praktisch. Die Studierenden sind eingeladen, ihre Eindrücke aus dem ersten Termin in Ideen und Entwürfe zu übersetzen. Dabei geht es nicht nur um ein funktionales Produkt, sondern auch um die grundsätzliche Frage, wie Gestaltung dazu beitragen kann, Teilhabe im Hochschulalltag zu erleichtern.

Das KIB ist gespannt auf die nächsten Schritte im Projekt. Anfang Juni wird es ein weiteres Treffen geben, bei dem erste Zwischenergebnisse vorgestellt werden sollen. Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Industrial Design zeigt schon jetzt, wie wertvoll es ist, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und Barrierefreiheit als gemeinsamen Entwicklungsprozess zu verstehen.

Für uns ist das Projekt ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer barriereärmeren Hochschule, denn der Abbau von Barrieren verbessert nicht nur die Situation einzelner Gruppen, sondern schafft mehr Teilhabe für viele Menschen im Alltag. Genau darin liegt auch ein zentrales Anliegen des KIB: Inklusion nicht nur zu thematisieren, sondern konkret und praxisnah mitzugestalten.