Der Fachtag Neurodiversität, zu dem der Arbeitskreis Neurodiversität des Landkreises Stendal am 29. April 2026 an die Hochschule Magdeburg-Stendal am Standort Stendal eingeladen hatte, ist auf sehr große Resonanz gestoßen. Alle 250 Plätze waren ausgebucht, auch die angebotenen Workshops waren vollständig belegt. Auf dem Programm standen eine Auftaktveranstaltung im Audimax, zwei Workshopphasen, ein Markt der Möglichkeiten mit zahlreichen Informations- und Austauschangeboten sowie eine wissenschaftliche Posterpräsentation.
Zum Auftakt gab es nach der Begrüßung und musikalischen Begleitung durch Oliver Gascoigne am Cello drei Impulsvorträge: Prof. Dr. Christian Lindmeier sprach über das Konzept der Neurodiversität und seine Missverständnisse, Dr. Klaus Lüben über Autist:innen im Beruf und Dipl.-Psych. Julia Klöfer über Familienleben mit einem autistischen Kind. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Claudia Wendel, Elisabeth Seyer und Nadine Kaminski.
Elisabeth Seyer, Beauftragte für Gleichstellung und Menschen mit Behinderung des Landkreises Stendal, zieht ein positives Fazit: „Ungebrochen scheint das Interesse für das Thema Neurodiversität beziehungsweise Neurodivergenz zu sein und damit auch das Bedürfnis nach Antworten, nach Austausch und Hilfe. Beeindruckend waren die Vorträge und Workshops unserer Gäste, die diesem Bedürfnis in sehr positiver und teilweise auch berührender Weise entsprachen.“
Am Nachmittag wurde das Thema in Workshops aus unterschiedlichen Perspektiven vertieft. Das Spektrum reichte von Fragen des Lernens und Arbeitens über familiäre und schulische Kontexte bis hin zu Wahrnehmung, Diagnostik und Alltagsbewältigung. Auch das Kompetenzzentrum Inklusive Bildung Sachsen-Anhalt brachte sich in das Programm ein und war mit dem Workshop „Neurodivergent arbeiten, lernen, teilhaben – Perspektiven aus erster Hand“ sowie auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten. Ergänzt wurde das Angebot durch die Posterpräsentation „Facetten von Neurodiversität und Neurodivergenz“ und rund 17 Stände, an denen sich Einrichtungen, Initiativen und Fachpersonen präsentierten.
Auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus. Gelobt wurden unter anderem die gute Organisation, der wertvolle Input und das hohe fachliche Niveau. Viele hoben zudem hervor, wie wichtig der persönliche Austausch mit Menschen sei, die ähnliche Erfahrungen und Herausforderungen kennen.
Prof. Dr. Claudia Wendel, Mitveranstalterin und Professorin an der Hochschule Magdeburg-Stendal, betont die Bedeutung des Veranstaltungsortes: „Die Hochschule Magdeburg-Stendal bot mit dem Fachtag Neurodiversität einen Raum, in dem wissenschaftliche Perspektiven, persönliche Erfahrungen und professionelles Handeln in einen intensiven Austausch treten konnten.“ Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Hochschule erklärt sie: „Unser Ziel ist es, die Hochschule als einen Ort zu gestalten, an dem Studieren für alle möglich ist – diversitätssensibel, zugänglich und offen für unterschiedliche Lebens- und Lernerfahrungen.“
Mit der hohen Beteiligung und der positiven Resonanz hat der Fachtag Neurodiversität in Stendal erneut deutlich gemacht, wie groß der Bedarf an fundierter Information, fachlichem Austausch und Vernetzung rund um das Thema ist.